Belgiens Übergang von der Goldenen Generation zum Horizont 2026

Während die Überreste einer historischen Ära verblassen, bereitet sich Belgium auf die Weltmeisterschaft 2026 vor, indem es die Weisheit der Veteranen mit einem Aufschwung an explosiven, jugendlichen Talenten in ganz Nordamerika verbindet.

Der Schatten der goldenen Ära

Seit fast einem Jahrzehnt trug die belgische Nationalmannschaft das schwere Erbe der „Goldenen Generation“. Dieses Kollektiv aus Weltklasse-Talenten, angeführt von Kevin De Bruyne, Eden Hazard und Romelu Lukaku, verwandelte die Red Devils von europäischen Außenseitern in ständige Titelanwärter. Da die Weltmeisterschaft 2026 näher rückt, hat sich das Narrativ rund um den Kader verschoben: Weg vom Druck, alles gewinnen zu müssen, hin zur Faszination einer notwendigen Evolution. Das Turnier in Nordamerika stellt einen entscheidenden Wendepunkt dar, an dem sich die letzten Kapitel legendärer Karrieren mit der Einführung einer frischen, hochdynamischen Philosophie überschneiden.

Eine Geschichte von knappen Niederlagen und Meilensteinen

Belgiums Beziehung zur Weltmeisterschaft war geprägt von Phasen ruhiger Teilnahme, die von Phasen brillanter Leistungen unterbrochen wurden. Ihr erstes großes Ausrufezeichen setzten sie 1986 in Mexico, als eine kampfstarke Mannschaft um Jan Ceulemans und Enzo Scifo das Halbfinale erreichte und schließlich gegen Diego Maradonas Argentina unterlag. Jahrzehntelang blieb dieser vierte Platz der Höhepunkt des belgischen Fußballs, ein Maßstab, der bis zum Auftauchen des Talentpools dieses Jahrhunderts unangetastet schien.

Die Kampagne 2018 in Russia bleibt der Gipfel ihres Erfolgs. Unter Roberto Martínez zeigten die Red Devils einen flüssigen Konterfußball, der Brazil im Viertelfinale demontierte – ein Spiel, das in Brussels immer noch als die größte taktische Leistung in der Geschichte des Landes diskutiert wird. Während eine knappe Niederlage gegen France im Halbfinale ihnen den Einzug ins Finale verwehrte, sicherte ihr dritter Platz den Status als globale Elitemacht. Die Enttäuschung über das Ausscheiden in der Gruppenphase 2022 diente jedoch als deutliche Erinnerung daran, dass sich internationale Zeitfenster für Erfolge schnell schließen.

Ikonische Figuren und der Wachwechsel

Um die Erwartungen für 2026 zu verstehen, muss man die Titanen würdigen, die das Fundament gelegt haben. Jean-Marie Pfaffs exzentrische Brillanz im Tor während der 80er Jahre ebnete den Weg für Thibaut Courtois, während die defensive Stabilität von Vincent Kompany die Plattform für die kreative Freiheit von Eden Hazard bot. Diese Spieler taten mehr als nur Spiele zu gewinnen; sie veränderten die Wahrnehmung des belgischen Fußballs von einem defensiven „Catenaccio-light“-Stil hin zu einem der ästhetisch ansprechendsten Systeme der Welt.

Da die Qualifikationsspiele für 2026 bevorstehen, verlagert sich der Fokus auf Akteure wie Jérémy Doku und Johan Bakayoko. Diese jungen Flügelspieler stehen für eine Abkehr vom methodischen Spielaufbau des vergangenen Jahrzehnts und setzen stattdessen auf rohes Tempo und Eins-gegen-Eins-Situationen. Die Herausforderung für das Trainerteam besteht darin, diese Vertikalität zu integrieren, ohne die Kontrolle im Mittelfeld zu verlieren, die ihr Markenzeichen war. Die taktische Identität für das Turnier 2026 wird wahrscheinlich chaotischer und pressingintensiver sein als die strukturierte Brillanz der Mannschaft von 2018.

Der Weg nach 2026 und Turnieraussichten

Der Qualifikationsprozess für den Zyklus 2026 erfordert ein höheres Maß an Beständigkeit als je zuvor. Mit dem erweiterten Format des Turniers verlangt der Weg durch die europäischen Qualifikationsspiele das Meistern eines dichten Terminkalenders, während gleichzeitig neue Starter in der Defensive herangeführt werden müssen. Belgiums historische Dominanz in Qualifikationsgruppen – oft über Jahre hinweg ungeschlagen – wird auf die Probe gestellt, wenn traditionelle Großmächte und aufstrebende Nationen der Mittelklasse um die zusätzlichen Plätze kämpfen.

Die Erwartungen für das Turnier in den United States, Canada und Mexico sind gedämpft, aber optimistisch. Belgium ist in den globalen Prognosen nicht mehr der Spitzenreiter, sondern geht als gefährlicher Außenseiter in diesen Zyklus. Die großen Reiseentfernungen und die unterschiedlichen Klimazonen der Austragungsorte 2026 werden Kader mit Tiefe und taktischer Flexibilität bevorzugen. Wenn der Kern der Veteranen seine Fitness halten kann und die aufstrebenden Talente in den europäischen Top-Ligen reifen, besitzen die Red Devils die technische Qualität, um die K.-o.-Runde zu überstehen. Das Ziel ist es nicht mehr nur, das Erbe der Goldenen Generation zu ehren, sondern zu beweisen, dass die Exzellenz des belgischen Fußballs eine dauerhafte Verschiebung in der Hierarchie war und kein flüchtiger Moment der Geschichte.

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